Kulturwissenschaftliche Ästhetik und Kulturtheorie
Wissenschaftliche Labore, Fließbänder, Archive, Küchen, Flugzeuge, Lager und Hospize besitzen ihre eigene Ästhetik. Das gilt für Geldscheine, Krankheiten, Uniformen, Stammbäume, Staats- und Wappentiere und Waffen im Krieg gleichermaßen. Darin verkörpert sich jeweils eine bestimmte Macht und bringt ihre eigentümliche Herrschaft und spezifische Gewalt zur Erscheinung: Kein politisches System, keine ökonomische Organisation und epistemische Ordnung, keine häusliche, sexuelle oder bürokratische Institution kann es sich leisten, ästhetisch abstinent zu sein. Um wirksam zu sein und ihre eigentümliche Kraft und Gewalt zu entfalten, sind sie jeweils in konstitutiver Weise auf sinnliche Ordnungen, Inszenierungen, Visualisierungen, Fiktionen, Gründungsmythen, Phantasmen, Narrative und Symbole, auf Beobachtungs-, Registrierungs- und Identifizierungsmaßnahmen angewiesen. Welche Rolle, so fragen wir, spielen ästhetische Verfahren, Wahrnehmungsweisen und Darstellungsformen für die Konstitution des Politischen im Widerstreit mit der Politik?
Lehrgebietsverantwortlich
Prof. Dr. Iris Därmann (Professorin für Kulturwissenschaftliche Ästhetik und Kulturtheorie)
Sekretariat
Yvonne Kult