Waldemar Isak, M.A.
Publikationen
2025
Der lange Sommer der Theorie: Geschichte einer Revolte 1960-1990
ISBN: 978-3-406-83086-0
Abstract
Theorie – von dem Wort ging seit den sechziger Jahren ein magisches Leuchten aus. Theorie war ein Wahrheitsanspruch, ein Glaubensartikel und ein Lebensstil. Doch woher kam die Faszination für die gefährlichen Gedanken? Warum zogen sie Legionen von Lesern in ihren Bann? Philipp Felsch erzählt in seinem grandios geschriebenen Buch von den Utopien, den Experimenten und Leidenschaften einer Generation, die sich in den Dschungel der schwierigen Texte begab. Von den sechziger bis zu den achtziger Jahren gehörte der Theorieband als Vademekum in jede Manteltasche. Es war die Zeit der apokalyptischen Meisterdenker, der glamourösen Unverständlichkeit und der umstürzenden Lektüreerlebnisse. In einer Welt, die im Kalten Krieg erstarrte, ging nur von großen Ideen Bewegung aus. Je schwieriger die Texte, desto intensiver die Lektüre, je abstrakter die Argumente, desto relevanter für die Wirklichkeit. Heute, wo die intellektuellen Energien von 68' in schwach glimmende Substanzen zerfallen sind, ist es Zeit zurückzublicken: Was war Theorie? In West-Berlin versorgte der Merve Verlag die Geister mit wildem Denken – von den Kadern der Studentenbewegung über Spontis und Punks bis zu den Avantgarden des Kunstbetriebs. Philipp Felsch schreibt die Geschichte einer intellektuellen Revolte, indem er sich den Büchermachern und ihren Lesern anvertraut. Er folgt ihren verschlungenen Pfaden vom Klassenkampf bis in den White Cube der Galerien und lässt eine Epoche wiederauferstehen zu lassen, in der das Denken noch geholfen hat.
Im Entwurf: Perspektiven einer dritten Wissenskultur
DOI: 10.1515/9783689243197
Abstract
Unter dem Eindruck der Zwei-Kulturen-Debatte der 1960er Jahre wurde ein dritter, lange vernachlässigter Modus der Wissensgenese virulent: jener des Entwerfens und Gestaltens. Claudia Mareis Essay handelt von der Geschichte dieser dritten Wissenskultur des Designs und ihrem Fortleben in den krisenbehafteten gesellschaftlichen und ökologischen Debatten der Gegenwart.
Aus der Nacht heraus. Kinderperspektiven
Abstract
Wie Kinder diese Welt erfahren, können wir als Erwachsene nicht genau wissen. Aber in Räumen zerstörter Kindheit – im Ghetto, im Lager oder im Krieg – wird eine vitale Widerstandskraft von Kindern sichtbar, die punktuell aus der Nacht der Gewalt herausführt. Der polnische Arzt Janusz Korczak gründet Anfang des 20. Jahrhunderts in seinem Waisenhaus in Warschau eine Republik der Kinder, die ganz von deren Selbstregierung bestimmt ist. Den ihm anvertrauten Kindern weicht er nicht von der Seite, auch nicht, als sie ins Lager Treblinka deportiert werden. Im Sommer 1945 regt Marie Paneth in einem englischen Empfangslager jüdische Kinder an, ihre Erfahrungen zu malen. Die Bilder zeigen eindrücklich ihr Erleben der Shoah. Auch die anarchische Güte überlebender Kinder aus dem Ghetto Theresienstadt, die Anna Freud in ihre Obhut genommen hat, zeugt von einer unbedingten Geschwisterlichkeit ohne direkte Verwandtschaft. Und diese Erfahrung der Lager wird die psychiatrischen Anstalten für immer verändern: Mit Fernand Deligny und Maud Mannoni schafft die antipsychiatrische Bewegung neue Institutionen und Lebensformen demokratischer Teilhabe für Kinder. In vier Fallgeschichten lässt Iris Därmann Kinder in ihrer verletzten Subjektivität und im Modus radikaler Geschwisterlichkeit in Erscheinung treten, die unsere infantilisierende Vorstellung von Kindheit erschüttern. Ihre Kinderperspektiven bilden einen kritischen Stachel für eine kommende Demokratie.
2024
Sind Kulturtechniken kontextneutral? Und wenn nein: Wie würde Foucault wohl von der Kohlmannskuppe heruntergeschaut haben?
DOI: 10.30965/9783846767696_009
Der Philosoph. Habermas und Wir
Abstract
Solange Philipp Felsch zurückdenken kann, war Jürgen Habermas around: als mahnende Stimme der Vernunft, als Stichwortgeber der Erinnerungskultur, als Sohn der Nachbarn seiner Großeltern in Gummersbach.Neigt sich die intellektuelle Lufthoheit des Philosophen heute ihrem Ende zu, oder bekommen seine Ideen in der Krise unserer »Zeitenwende« neue Brisanz? Felsch liest in einem kaum zu überblickenden Oeuvre nach, folgt dessen Autor in die intellektuelle Kampfzone der Bundesrepublik und fährt nach Starnberg, um Habermas zum Tee zu treffen. Dabei entsteht nicht nur das Porträt eines faszinierend widersprüchlichen Denkers, sondern auch der Epoche, der er sein Gesicht verliehen hat.
Filtern. Zur Theorie einer Kulturtechnik des 21. Jahrhunderts
DOI: 10.1515/9783689242220
Abstract
Der Begriff der Kulturtechnik befindet sich aktuell in einem entscheidenden Wandlungsprozess: dem Wechsel vom Apparat zur Umgebung. Kulturtechniken lassen sich nicht länger in Relation zu bestimmten einzelnen Gegenständen oder isolierten Situationen denken. Vielmehr sind sie zu environing technologies geworden, in denen die Differenz von Natur und Kultur aufgehoben ist.
Altlasten als (industrie)kulturelles Erbe? Ein Forschungsbericht zur Aufbereitung und Kommodifizierung radioaktiver Stoffe bei Auer in Oranienburg
DOI: 10.5771/0040-117X-2024-4-339
2023
On the Infrastructure of the Slaughterhouse
DOI: 10.1007/978-3-658-39468-4
Acoustic Levitation
DOI: 10.5281/zenodo.8308461
Abstract
The article discusses the difference between flying and levitation using acoustic levitation as an example. For this purpose, a concrete levitation experiment with ultrasound is performed and described in order to relate it to the history of knowledge of acoustic levitation. In doing so, the question of the materiality of sound serves as a central argument.
Über Levitation und andere Wirbel. Skizze einer Wissensgeschichte des Vortex
DOI: 10.5281/zenodo.8308531
Abstract
The term vortex refers to the funnel-shaped suction of a liquid or gas. As a concept, however, it swirls the levels of image, metaphor and concept in a similarly dynamic way as the phenomenon itself. Though chaotic, this movement of the vortex is characterized by two fundamental directions: rotation in the plane and gravity or suspension of gravity perpendicular to it. At the same time, the vortex resists fixation; it has no defined inside and outside. The rotating outside reaches potentially infinitely far. The rotating inside points to another world, it breaks the dimension, points to the real. This paper will examine three cultural examples of the history of knowledge and vision of the vortex. In Herman Melville's »Moby Dick«, Ishmael's journey begins on land but ends in the vortex. Whereas Ishmael escapes the vortex, we as spectators are drawn all the deeper into the inescapable stream of consciousness of Scottie Ferguson, whom Alfred Hitchcock has chasing after his wife believed to be dead. And Viktor Schauberger, a woodsman, inventor and para-scientist, tried to apply the forces of the vortex to technically overcome gravity. Based on these three case studies, the essay concludes with a programmatic proposal for a cultural theory of the vortex.
»Du brauchst mir nichts zu schenken.« Über die Risikovermeidung des falschen Geschenks
DOI: 10.1515/9783111233796-008
ISBN: 978-3-11-123379-6
2022
Wie Nietzsche aus der Kälte kam: Geschichte einer Rettung
ISBN: 978-3-406-77701-1
Abstract
Nach 1945 liegt Nietzsches Ruf genauso in Trümmern wie der europäische Kontinent. Ausgerechnet Giorgio Colli und Mazzino Montinari, zwei italienische Antifaschisten, entschließen sich, den gefährlichen Denker zu rehabilitieren. Ihr Ziel: Nietzsches Nachlass neu zu entziffern, um alle postumen Verfälschungen rückgängig zu machen. Ihr Problem: Zehntausende kaum lesbarer Seiten, die sich in der DDR befinden, wo Nietzsche offiziell als Staatsfeind gilt. In seinem brillant geschriebenen Buch erzählt Philipp Felsch ein intellektuelles Abenteuer im Spannungsfeld des Kalten Krieges, das von Florenz über Weimar und Ost-Berlin bis ins Paris der Postmoderne führt. Wer die von Giorgio Colli und Mazzino Montinari herausgegebene Nietzsche-Gesamtausgabe aufschlägt, betritt eine Wüste akribischer Gelehrsamkeit. In seinem aufregenden neuen Buch folgt Philipp Felsch den beiden Philologen auf ihrer epischen Suche nach dem echten Nietzsche, die zwischen die politischen und philosophischen Fronten des Kalten Krieges führt. Während Colli und Montinari im Osten ins Visier der Staatssicherheit geraten, schlägt ihnen im Westen der Widerstand der neuen Meisterdenker entgegen, die die Idee des authentischen Urtexts, ja der Wahrheit selbst in Frage stellen. Zu guter Letzt wird ihre Ausgabe sogar für den Fall der Mauer verantwortlich gemacht. Die Geschichte des Kampfs um Nietzsches Überlieferung, zugleich ein intellektuelles Porträt der Epoche, macht deutlich, welche Sprengkraft bis heute in seinem Denken liegt.
Staging the Kosmos: People–Spaces–Knowledge
Die Kosmos-Inszenierung: Personen – Räume – Wissen
Lynch's Animals
Abstract
The paper examines the structural meaning of so-called animals, or things and beings that seem to be animals, in David Lynch's movies. The focus lies on tiny and unusual details, and thereby the paper will try to give a general outline of the narrative function of animals in the Lynch cosmos.
2021
Sind Kulturtechniken kontextneutral? Und wenn nein: Was bedeutet das für die Bürokratie als einer Kulturtechnik der Kolonisierung?
DOI: 10.5281/zenodo.6423411
Abstract
This article examines cultural techniques of bureaucracy and administration with regard to their environmentally differentiating and hegemonic effects, focusing on the example of diamond mining in German South-West Africa.
Virtual Head and Analogue Simulation: John Smeaton, 1759
DOI: 10.5281/zenodo.4742656
Abstract
Since the 17th century, calculating and imaging are strongly intertwined in practices of analogue simulations: massive amounts of data are processed simultaneously, emerging as structures, pictures, models, or graphs which at least suggest the idea of immediate mathematics. On the level of the instruments and things, this corresponds the concept of self-recording devices. The paper reconstructs one of the initial scenes of this epistemic constellation: the analogue simulation practices of John Smeaton's water wheel models.
Gleich(zeitig)e Bilder. Über Anfänge und Störungen der Bildübertragung/Similar (and Simultaneous) Images. On the Inceptions and Interruptions of Image Transmission
Abstract
Fotografie war immer schon ein soziales Medium, das ge- und verteilt wurde. Aber warum kommunizieren Menschen miteinander über Bilder? Und was macht der Umgang mit den virtuellen Destillaten, die ja auch Fotografien sind, mit einer Gesellschaft? Der Katalog zur Themenausstellung Send me an Image. From Postcards to Social Media zeichnet die Entwicklung von Fotografie als Kommunikationsmittel vom 19. Jahrhundert bis zu ihren heutigen digitalen Repräsentanten im World Wide Web nach. Dabei liegt der Fokus auf einem Dialog von historischen Formen reisender Bilder aus der Fotogeschichte der letzten 150 Jahre mit zeitgenössischen künstlerischen Positionen ab den 1970er-Jahren, die sich mit traditionellen wie modernen Techniken, Nutzungsarten und Kommunikationswegen der Fotografie auseinandersetzen.
Theorie des Filterns. Zur Programmatik eines Experimentalsystems
DOI: 10.5281/zenodo.4731045
Abstract
Filters are at the very center of many current processes of our transformational age. But what common concepts underly this multitude of filtering phenomena? We understand filtering as a scalable environing technique that differentiates and maintains symbolic and material environments alike. Because of its scalability, human as well as non-human actors can employ filtering techniques to engage their environs. Filtering is an activity that matters in a twofold way: It is a material process, but it is also a process of fundamental importance to its users, thus rendering it always a symbolic activity. Starting from this basic concept, we examine different properties of filtering techniques and propose a research program that examines cultural, molecular, and digital filtering techniques.
2020
Kultur und Informatik: Extended Reality
Abstract
Extended Reality (XR) is omnipresent and will become even more important in the future. Therefore, XR was the main topic of the conference »Culture and Computer Science 2020«. XR encompasses augmented, mixed and virtual reality as well as all intermediate forms. In the articles in this book, many theoretical aspects are discussed and best practice examples from art and culture are presented. Extended Reality (XR) is characterised by a significant degree of interdisciplinarity. The entanglement between the real world and computer-generated data cuts across and expands far beyond disciplines such as human-computer interaction (HCI), computer graphics (CG), sensor systems, machine-to-machine communication, cultural science and design.
Fleisch. Die Geschichte einer Industrialisierung
Abstract
Roh, gekocht, kalt, heiß, fettig oder mager – Fleisch ist heute überall und jederzeit verfügbar. Die allgegenwärtige Verfügbarkeit von Fleisch als Konsumware unterscheidet unsere Moderne von allen vorherigen Epochen. Wer verstehen will, warum und wie wir Fleisch essen, muss ins Berlin des 19. Jahrhunderts zurückgehen. Hier erlangte Fleisch jene Selbstverständlichkeit, die im Zentrum der aktuellen Ernährungsdebatten steht. Christian Kassung beschreibt in diesem Buch die Kulturtechniken der industriellen Schweinefleischproduktion von der Zucht, der Haltung, der Schlachtung bis hin zur Distribution und Zubereitung. Er schildert, wie erst durch die Verschränkung einer Vielzahl industrieller Prozesse und Technologien die energiereiche Ernährung der arbeitenden Bevölkerung sichergestellt werden konnte. Der Fleischkonsum wurde damit im großstädtischen Alltag so stark wirksam, dass unser kulinarisches System dadurch bis heute geprägt ist. All dies fügt sich zu einer Geschichte des Überflusses zusammen – und regt zum Nachdenken über die historischen Bedingungen unserer eigenen Ernährungskultur an.
Mind Reading as a Cultural Practice
DOI: 10.1007/978-3-030-39419-6
Abstract
This book provides a genealogical perspective on various forms of mind reading in different settings. We understand mind reading in a broad sense as the twentieth-century attempt to generate knowledge of what people held in their minds – with a focus on scientifically-based governmental practices. This volume considers the techniques of mind reading within a wider perspective of discussions about technological innovation within neuroscience, the juridical system, »occult« practices and discourses within the wider field of parapsychology and magical beliefs. The authors address the practice of, and discourses on, mind reading as they form part of the consolidation of modern governmental techniques. The collected contributions explore the question of how these techniques have been epistemically formed, institutionalized, practiced, discussed, and how they have been used to shape forms of subjectivities – collectively through human consciousness or individually through the criminal, deviant, or spiritual subject. The first part of this book focuses on the technologies and media of mind reading, while the second part addresses practices of mind reading as they have been used within the juridical sphere. The volume is of interest to a broad scholarly readership dealing with topics in interdisciplinary fields such as the history of science, history of knowledge, cultural studies, and techniques of subjectivization.
2019
Die Flügel der Concorde. Analogsimulation als Sichtbarmachung von Störung
DOI: 10.1515/9783110565423
Abstract
Zeit selbst ist nicht anschaulich, daher sind wir zu ihrer Vergegenwärtigung auf Bilder und Modelle angewiesen. Folglich bestimmen visuelle Simulationen dynamischer Prozesse ebenso wie die Gestaltungen zeitbasierter Medien unsere Wahrnehmungen und Lebensweisen. Visuelle Zeitgestaltungen widmet sich historisch und systematisch einer Auswahl von Zeitmodellen, die in Design, Kunst und Wissenschaften durch Bildtechniken konstituiert werden.
Die Kosmos-Vorlesung an der Berliner Sing-Akademie
Abstract
Alexander von Humboldts legendäre Kosmos-Vorlesung in der Berliner Sing-Akademie vermittelte im Winter 1827/28 Hunderten Zuhörerinnen und Zuhörern den aktuellen Stand der damaligen Wissenschaft. Der vorliegende Band präsentiert erstmals den zuverlässigen, vollständigen, anhand der Nachschrift der Henriette Kohlrausch korrigierten Text der sechzehn Vorträge. Ein ausführliches Vorwort der Herausgeber erläutert den Hintergrund der Entstehung dieser Nachschrift, den kulturhistorischen Forschungsstand zu den Vorträgen sowie deren Bedeutung aus heutiger Sicht. Ausgewählte Faksimiles aus der Nachschrift Kohlrauschs sowie aus Humboldts Nachlass vermitteln einen Eindruck der historischen Quellen.
(Re-)Konstruktion als Experiment. Sehen und Hören in antiker Architektur
Abstract
Forschen und Gestalten sind experimentelle Vorgehensweisen, die darauf ausgerichtet sind, etwas Neues, noch nicht Existierendes hervorzubringen. Sie haben beide Projektcharakter, denn sie führen an einen Nullpunkt des Wissens. Doch welche Strategien und Verfahren sind es, die aus diesem Nichtwissen, diesen Vermutungen und Ideen zu konkreten Ergebnissen führen? ForscherInnen aus 23 Wissenschafts- und Gestaltungsdisziplinen berichten in diesem Band über ihr Experimentieren und geben Einblicke in ihre Praktiken und Versuchsaufbauten. Er bietet damit eine Bestandsaufnahme zeitgenössischer Experimentalkulturen im Spannungsfeld zwischen Wissenschaft und Gestaltung und skizziert eine Praxeologie des Experiments.
Kultur und Informatik: Virtual History and Augmented Reality
ISBN: 978-3-86488-147-3
Abstract
The representation of history and the presentation of the present and future are two sides of the same coin coming together in today’s media and computer technologies. Reconstruction and construction are intrinsically linked to current media techniques and are fundamentally interdependent. With that in mind, the 17th International Conference on Culture and Computer Science discusses the multifaced bridges between virtual history and augmented present. The volume addresses cultural policy makers, employees of cultural and creative industries, communication scientists, cultural and artistic actors as well as computer scientists and engineers, who conduct research and development in the field of Augmented and Virtual Reality.
Eine Glühlampe ist eine Kerze ist eine Glühlampe. Edisons »Electric-Lamp« Patent vom 27. Januar 1880
ISBN: 978-3-7861-2722-2
Abstract
Die Patentschriften zu Material und Technik, Holzmöbeln, Metallmöbeln, Stahlrohrmöbeln, Leuchten, Haushaltsgegenständen, Medien, Spielen und ästhetischer Pädagogik sowie Textilien, Wand- und Bildgestaltung eröffnen einen neuen Blick auf die Geschichte des Designs. Ohne Bakelit kein Telefonapparat, ohne Bugholz oder Stahlrohr keine modernen Sitzmöbel – oft inspirierten neue Materialien oder Technologien zu neuem Design, und grundlegend dafür war ihre Verfügbarkeit durch Geschäftsmodelle und Vertriebswege, die nur mit Patentschutz etabliert werden konnten. Doch die Gestaltung der Objekte war auch selbst innovationstreibend. Das Buch widmet sich den Patentschriften des Designs, einer bislang wenig beachtetenQuelle zur Kunst-, Design- und Wissenschaftsgeschichte.Wurden anfangs Patente von Ingenieuren und Geschäftsleuten beantragt, so greifen ab den 1920er Jahren Designer und Architekten mit eigenen Patenten in den vielschichtigen Zusammenhang von Gegenstand und Technik ein. Insgesamt fünfzig ausgewählte Patente auf den Gebieten Material und Technik, Holzmöbel, Metallmöbel, Stahlrohrmöbel, Leuchten, Haushaltsgegenstände, Medien, Spiele und ästhetische Pädagogik sowie Textilien, Wand- und Bildgestaltung aus dem Zeitraum von 1840 bis 1970 erschließen die komplexe Geschichte des Designpatents. Die Patentschriften werden einzeln kontextualisiert und sind im Anhang im originalen Wortlaut abgedruckt.
Askese als Beruf. Die sonderbare Kulturgeschichte der Schmuckeremiten
Abstract
Ende des 18. Jahrhunderts verbreitete sich unter englischen Adeligen eine geradezu exzentrische Mode: Sie bezahlten Eremiten, damit diese in ihren Gärten in eigens eingerichteten Einsiedeleien als »lebender Schmuck« wohnten. Die Tradition hat diese sonderbaren und zugleich faszinierenden Figuren als »Schmuckeremiten« bezeichnet. Die Einsiedler verpflichteten sich dazu, strenge ästhetische Regeln und Verhaltensregeln einzuhalten: Sie durften jahrelang weder Haar noch Bart und Nägel schneiden, mussten in vollkommener Abschottung leben und gelegentlich die Gäste ihrer Arbeitgeber unterhalten.
Schnittstelle Laderampe. Zur Infrastruktur des Schlachthofs
Abstract
Die Autorinnen der "Materialität der Kooperation" fragen nach materiellen Bedingungen und Medienpraktiken der Kooperation – vor, während und über Situationen hinaus. Kooperation wird als ein wechselseitiges Zusammenwirken verstanden, das mit oder ohne Konsens, mit oder ohne Kopräsenz der beteiligten Akteure in verteilten Situationen vonstattengehen kann. Materielle Bedingung von Kooperation sind Medien als Artefakte, Körper, Texte, Bilder und Infrastrukturen. Sie ermöglichen, bedingen und figurieren wechselseitige Verfertigungen – und entstehen selbst durch Medienpraktiken in kooperativen Situationen.
Technisches: Zeit als Ding
ISBN: 978-3-7574-0020-0
Abstract
In mittelalterlichen Texten haben Dinge so unterschiedlichen wie perspektivabhängigen Charakter. Dieser Band präsentiert für fast jeden Buchstaben des Alphabets Dinge, die in der deutschsprachigen Literatur des Mittelalters zwischen circa 1200 und 1500 vorkommen. Von A wie Apfel der Discordia über M wie Minnetrank bis Z wie Zaubersteine werden Requisiten prominenter Texte betrachtet. Theoretische Überblicksbeiträge, die systematische Zugänge zur Dingtheorie bieten, ergänzen die einzelnen "Dinggeschichten".
2018
Interactive recipe book - enhance your traditional recipe book: showing cultural heritage through cooking
DOI: 10.1145/3283458.3283513
Abstract
This paper describes the production of a recipe book with an accompanying Augmented Reality App for cultural content to be digitised. We collected material for our book and the App through interviewing and filming people that are working for the Corona Guest Farm in Namibia. Thanks to the fantastic landscape, we were able to gather astonishing pictures to use in the book. We want to show the traditional ways of preparing different dishes as well as the cultural background which they belong to. In post-production, we adjusted the newly created content to fit with the application. What we ascertained is that a lot of recipe books do not capture the cultural identity of the dishes. Augmented Reality is a perfect way to show the cultural heritage that belongs to the different recipes and dishes. Through this paper, we describe the recognition software that makes this possible and demonstrate its benefits with some examples of the augmentation. We will also go through the process of creating the content needed for the Augmented Reality App. What we wanted to achieve was to combine traditional media (books) and digital technologies to enrich the experience of using classical recipe books and reinforcing interest in cultural exchange. This paper will focus on the recipe book, preparation of the dishes as well as the augmented reality app made explicitly for a Namibian guest farm.
Kultur und Informatik: Hybrid Systems
Abstract
Hybrid systems, their analysis, use, design, their advantages and their critical moments are the focus of the 16th edition of the “Culture and Computer Science” 2018 conference. The contributions collected in this volume represent multifaceted approaches towards hybrid information processing strategies. The reader will find an extensive overview of best practice applications of information management, communication, interaction, visualisation, mixed, augmented and virtual reality, audio technology, multimedia, streaming and data processing, and design within a specific cultural context. This volume addresses cultural policy makers, employees of cultural and creative industries, communication scientists, cultural and artistic actors as well as computer scientists and engineers, who conduct research and development on cultural topics.
Saxa Loquuntur: The Function of (Multi-)Media for Antique Architecture
DOI: 10.1007/978-981-10-7697-8_11
Abstract
This book explores the digitization of culture as a means of experiencing and understanding cultural heritage in Namibia and from international perspectives. It provides various views and perspectives on the digitization of culture, the goal being to stimulate further research, and to rapidly disseminate related discoveries. Aspects covered here include: virtual and augmented reality, audio and video technology, art, multimedia and digital media integration, cross-media technologies, modeling, visualization and interaction as a means of experiencing and grasping cultural heritage. Over the past few decades, digitization has profoundly changed our cultural experience, not only in terms of digital technology-based access, production and dissemination, but also in terms of participation and creation, and learning and partaking in a knowledge society. Computing researchers have developed a wealth of new digital systems for preserving, sharing and interacting with cultural resources. The book provides important information and tools for policy makers, knowledge experts, cultural and creative industries, communication scientists, professionals, educators, librarians and artists, as well as computing scientists and engineers conducting research on cultural topics.
Filmische Zeugenschaft im Abseits. Kulturelle Dekolonisierungsprozesse und Dokumentarfilme zwischen Mosambik und Portugal
Abstract
Wie wird koloniale Gewalt historisch thematisiert? Wie gehen dokumentarische Filme und geschichtspolitische Diskurse mit ihr um? Robert Stock nähert sich diesen Fragen mit kritischem Blick auf den Kolonialkrieg Portugals in Afrika und den nationalen Befreiungskampf Mosambiks. Dabei fokussiert er seine Untersuchung auf die Gestaltung, Funktion und Reflexion historischer Zeugenschaft. Am Material von bislang wenig beachteten Filmproduktionen über die Dekolonisierungsprozesse zwischen Mosambik und Portugal seit den 1970er Jahren analysiert er die sich verändernden Deutungsweisen der kolonialen Vergangenheit.
Grenze filmen. Eine kulturwissenschaftliche Analyse audiovisueller Produktionen an den Grenzen Europas
Abstract
Welchen Beitrag können filmische Praxen und Erzeugnisse zur Reproduktion von Migrations- und Grenzregimes leisten? Ausgehend von der Annahme, dass audiovisuelle Umgebungen die Bewegungen der Migration sowohl informieren als auch formieren, analysiert Brigitta Kuster Filmklassiker ebenso wie (künstlerische) Dokumentarfilme, die meist illegale Grenzpassagen nach Europa reflektieren. Hierbei berücksichtigt sie in ihrer Studie auch das filmische Archiv rund um den durch den Film »Terminal« bekannt gewordenen Fall des Mehran Karimi Nasseri, der beinahe zwei Jahrzehnte lang auf dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle lebte, sowie die popkulturellen und YouTube-Umgebungen der Harraga.
Mythos Concorde. Die Form der Geschwindigkeit
Abstract
Verkehr im modernen Sinn ist massenhafte, geordnete Bewegung, in der Fahrzeuge einander flüchtig begegnen, einander gerade noch genug Aufmerksamkeit schenken, um aneinander vorbei oder irgendwohin zu kommen. Er ist technisch wie die Kommunikation, in der niemand mehr miteinander redet und doch jede Botschaft an ihr Ziel kommt. Verkehr webt den roten Teppich, auf dem die Moderne voranschreitet. Er führt zu den Rändern der Welt und ins Zentrum nahezu aller Interpretationen der Gegenwart zurück. Der Verkehr ist die technische Seite der Zivilisation, wie er die zivilisierte Seite der Technik ist. Er organisiert den Raum im Weltmaßstab, wodurch die Orte in Bahnen und Wege aufgelöst werden, oder gezwungen werden, sich in Behälter zu verwandeln. Sie werden aus ihrer Verankerung herausgelöst und mobilgemacht. Der russische Dichter Velimir Chlebnikov träumte daher von einer Welt mobiler Wohnungen, in der die Menschen aus den dunklen Gefängnissen der Mietskasernen befreit waren und ihre eigenen Wohnungen nach Bedarf in Häuser-Gerüste hängen konnten. "Solcherart war eine überragende Errungenschaft geglückt: nicht mehr der Mensch reiste, sondern sein Haus auf Rädern, besser gesagt seine Bude, die, je nachdem, auf der Plattform eines Zugs oder einem Schiff festgeschraubt werden konnte."
2017
Kultur und Informatik: Mixed Reality
Abstract
The central questions of the conference "Culture and Computer Science 2017 – Mixed Reality" include the analysis, design, use, advantages, as well as challenges of hybrid objects. In this context, museums are not only static memory spaces for material objects plus some selected and hence also static knowledge. The key challenge for tomorrow’s museums rather is to create flexible constellations between collections, research facilities, museums and exhibition spaces, in which objects are modelled as hybrid, (inter-)active structures in order to circulate them, to aggregate and to evaluate the resulting data. Within this conference volume, the implementation of hybrid objects in mixed reality environments is explored and the theoretical fundamentals and best practice examples of their strengths, weaknesses and innovative content are discussed. It addresses professionals working within cultural and creative industries, communication and cultural scientists, designers, artists as well as computer scientists and engineers, who conduct research and development on cultural topics.
Alice hinter der Schwerkraft. Über das Phänomen Alice im Wunderland – im Ballett und in der Physik
Navigating Noise
Abstract
Navigating Noise means getting off the beaten track in order to find, or rather, to create something new. This publication is the result of such unconventional navigations, which follow the track of noise on its path across art, science, and the humanities. These navigations cover a broad terrain of research: from the starry skies to the deep oceans, from the ice cores of Greenland to sonic navigation in the animal kingdom, from spatial acoustics in World War I to noise music. Through a multidisciplinary approach, Navigating Noise paves the way for unexpected connections between research domains located at the border of knowing and not knowing. This endeavour tries to dig through and below existing semantiand epistemic systems. The contributors scrutinize the binary dichotomies of noise/Information noise/meaning, and noise/silence in order to reconfigure the relational framework that is constituted by these dichotomies. Released from this, noise no longer serves as the unwanted, semantic-free, and inefficient antithesis that should be discarded, but rather embodies a dynamic, unpredictable, yet constitutive force with which we can soar towards more agile forms of sonic sense production. Noise is the dynamic condition of the possibility for any form of meaning. It is through the navigation of noise that we are – figuratively speaking – able to 'know'.
Reisezeit – Erzählzeit – Raumzeit. Nichtlineares Erzählen bei Stanislaw Lem
Abstract
Stanislaw Lem ist vor allem als Science-Fiction-Autor bekannt. Sein Werk ist jedoch sehr vielgestaltig und lässt sich nicht eindeutig einer Gattung zuordnen. Literatur, Wissenschaft und Philosophie verbindend, spielte Lem häufig mit den literarischen Konventionen. Seine Romane, Erzählungen und Essays zielen weniger darauf ab, die Leser mit dystopischen Zukunftsszenarien zu fesseln, sondern sie versuchen Wirkungszusammenhänge zwischen Kultur, Technik und Wissenschaft in Gedankenexperimenten auszuloten und die Auseinandersetzung mit fremden Zivilisationen exemplarisch durchzuspielen. Die in diesem Band versammelten Aufsätze fragen daher nach den möglichen Konnotationen zwischen Lems Erzählprinzipien und den wissenschaftlichen Konzeptionen, die in diesen Texten verhandelt werden.
Vor dem Fleisch. Infrastruktur und Kulturtechniken des Viehhandels im Kontext der Industrialisierung
Abstract
Wie denken wir zeitliches Zusammen? Und wie gehen wir es in der Praxis an? Synchronisierung und Desynchronisierung sind maßgebende organisatorische Vorgänge. Sie überbrücken die Differenz von Natur und Kultur, betreffen elementare Lebensprozesse ebenso wie komplexe politische oder ästhetische Dynamiken. Forschende aus verschiedenen geistes-, sozial- und naturwissenschaftlichen sowie künstlerischen Disziplinen formulieren in diesem Band Vorschläge für gemeinsame Ansätze bei der Erkundung zeitlicher Organisation. Die Beiträge untersuchen Zeitregimes und Zeitästhetiken von der frühen Moderne bis zur Gegenwart. Sie analysieren die Materialität von De-/Synchronisierung und die Imaginationen des Kollektiven, die Temporalität von Märkten im Verhältnis zu sozialen Prozessen, die Rhythmen von Arbeit und Produktion, die Verzeitlichung des Wissens und ihre kulturellen Konsequenzen, die Bedeutung von zeitlichen Abstimmungen oder Verstimmungen für künstlerische Formen, für Formate der Unterhaltung und des Zeitvertreibs. Dabei werden Fragen von gesellschaftlicher Dringlichkeit angesprochen: Wo stehen staatliche und andere Institutionen in der Verantwortung, die vielen Eigenzeiten einer pluralen Gesellschaft zu vereinbaren? Welche Formen des Zusammenlebens und -handelns bringt Selbstorganisation 'von unten' hervor? Wo wäre mehr oder ein anderes Zusammen besser? Wo gilt es Widerstand zu leisten gegen ein Übermaß an Gleichtaktung und Kohärenz?
2016
How to Hear the Forum Romanum. On Historical Realities and Aural Augmentation
BRD Noir
ISBN: 978-3-95757-276-9
Abstract
Nachdem Frank Witzel und Philipp Felsch im Frühjahr 2015 die wohl originellsten und aufsehenerregendsten Auseinandersetzungen mit der westdeutschen Vergangenheit seit Langem veröffentlichten, blicken sie nun noch einmal gemeinsam auf die alte BRD und das Aroma der Epoche zwischen Nachkriegszeit und Wende. Dabei fällt auf, dass die alte Bundesrepublik angesichts aktueller globaler Unsicherheit und Identitätskrisen mehr und mehr romantisiert und idealisiert wird, es wächst die Sehnsucht nach dem scheinbar heimeligen Rheinischen Kapitalismus und dem Biedermeier von Helmut Schmidt und »Wetten Dass?«. In ihrer aus ihren Büchern gespeisten Rückschau erinnern Witzel und Felsch an die untergründige Gewalt und die Düsternis der alten BRD , die ihr ideales Aushängeschild eher in Eduard Zimmermann als in Frank Elstner fand.
Farewell to Sophienstraße
DOI: http://www.journals.uchicago.edu/doi/full/10.1086/686946
Friedrich A. Kittler, Professor
DOI: http://www.journals.uchicago.edu/doi/full/10.1086/686947
2015
Mit den Haaren hören. 1832 – 2014 – 1897
Ein Blutegel wird salonfähig. Tiere, Menschen und Maschinen im 19. Jahrhundert
Object, Narration, Data. The Dingler-App as a Hub of the Blended Museum
Maschinen und Mechanisierung in der Bildungsgeschichte: Einführung in den Thementeil
Maschinen
Selbstschreiber und elektrische Gespenster. Übertragungen zwischen Physik und Okkultismus
2014
Geld, Zeit, Automat
Helvetica: Univers. Ein typografisches Duell. Bericht über den LunchTalk am 15. Juli 2014
Interdisziplinarität als Herausforderung
2013
Beyond Dualism. Mikrostrukturen des Zählens
Dale Adams: Die Konfrontation von Denken und Wirklichkeit
0540, 2916, 5030, 3009
Spaces of Knowledge. Metropolis, Electricity, and History
Kulturtechniken der Synchronisation
Come Quick, Danger! Vom ersten funkentelegraphischen Notruf zum SOS-Jingle
Was bleibt und was nicht bleibt. Eine sehr kurze Geschichte der Energie
Buchstabe, Wort, Schrift. Der Blick des Lesens
Einleitung
2012
Die Übertragung von Bildern in die Ferne. Erfindungen von Arthur Korn
Patent und Amt. Die Wissensgeschichte einer Behörde im deutschen Kaiserreich
Bildtelegraphie. Eine Mediengeschichte in Patenten (1840–1930)
Ein Apparat ist kein Gestell
Zoologicon. Ein kulturhistorisches Wörterbuch der Tiere
animal machines. Eine Falle ist kein Ge-Stell
Wenn Dinge außer Kontrolle geraten
2011
Elektrische Störungen. Überlegungen zu einer Medien- und Wissensgeschichte technischer Störfälle
Die Störung ist die Botschaft. Synchronisationstechniken zwischen Kakophonie und Kryptographie
Die Zukunft des Wissens und eine Geschichte der Patente
2010
Sören Reuter, An der textbackslashenquoteBegräbnisstätte der Anschauung. Nietzsches Bild- und Wahrnehmungstheorie in »Ueber Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinne«, Basel: Schwabe-Verlag 2009
Abstract
Rezension
Wie August Petermann den Nordpol erfand
ISBN: 978-3-641-05004-7
Abstract
Wie eine falsche Karte den Wettlauf zum Nordpol auslöste. Ein hinreißend erzähltes Wissensabenteuer für alle Leser von Dava Sobel, Simon Winchester und Sten Nadolny. Nordpol: Ort der Sehnsucht und Entdeckerlust für das 19. Jahrhundert. Ein Deutscher will bei diesem Abenteuer mit dabei sein: der genialische Kartenzeichner August Petermann. Die Engländer reiben sich erstaunt die Augen, als dieser Bücherwurm, der noch nie einen Eisberg gesehen hat, ihnen erklärt, wo sich, "ernsthaften und besonnenen Berechnungen" zufolge, der für verschollen erklärte John Franklin aufhalten muss. Als die Seeoffiziere sich gegen Petermanns Theorien wehren, zieht er sich tief enttäuscht nach Gotha in Thüringen zurück. Dort erobert Petermann den Nordpol auf seine Weise: auf dem Papier. Und schickt zahlreiche Expeditionen in die Irre, weil er von seiner, falschen, Theorie partout nicht lassen will. Das subtile Porträt eines typisch deutschen Forschers, eines "Humboldts am Schreibtisch"
Von Schwelle zu Schwelle Einblicke in den didaktisch-historischen Umgang mit dem Anderen aus der Perspektive jüdischen Denkens
Aппарат – это не постав
2009
Struktur und Ereignis: Ein Synchronisationsproblem
Die Störung am Apparat. Vom Telephon zum Handy
Holophonie. Ein Synchronisationsproblem zweier Medien
Introduction: The Laboratory of Nature – Science in the Mountains
DOI: 10.1017/S0269889709990020
ISBN: 0269-8897, 1474-0664
Abstract
“Today I made the ascent of the highest mountain in this region, which for good reasons is called Ventosum, guided only by the desire to see the extraordinary altitude of the place” (Petrarque [1336] 1880, 6–7). Petrarch's ascent of the Mont Ventoux in 1336, or rather his account of it, established the mountain as a distinctive place for experiencing and understanding nature and self. Since then, the mountain has been sought out in increasing numbers by those pursuing spiritual elevation, bodily exertion, and/or scientific investigation. To this day, a pilgrimage church, several hotels, and an observatory are characteristically perched atop Mont Ventoux. And it is famous among cyclists as a legendarily difficult étape of the Tour de France.
Die Unordnung der Dinge. Eine Wissens- und Mediengeschichte des Unfalls
Der Untergang der Kursk und die Wissensgeschichte der seismischen Forensik
Saskia Frank: Zeppelin-Ereignisse
2008
Äthermedien. Leiden, 1920 und zwei Nachrichten von der Sonne
Kreis-Ähnlich. Die Bewegung des Pendels in Apparaten und Formeln des 17. Jahrhunderts
Der Raum des Äthers. Wissensarchitekturen – Wissenschaftsarchitekturen
Berge, eine unverständliche Leidenschaft: Buch zur Ausstellung des Alpenverein-Museums in der Hofburg Innsbruck
ISBN: 978-3-85256-408-1
Abstract
Nicht jede Landschaft taugt zur Leidenschaft allenfalls Meer und Wüste verkörpern ähnlich elementare Herausforderungen wie der Berg. Dem Gebirge setzt der Mensch sich aus auf Gedeih und Verderb, das Massiv beschert ihm Euphorie und Bitterkeit. Begleitend zur gleichnamigen Ausstellung sichtet der reich illustrierte und interdisziplinär angelegte Band das Wesen des Alpinismus von seinen physischen und psychischen Komponenten her. Das Auf-den-Berg-Gehen wird in historischen und sozialen Kontexten beleuchtet; dabei setzt die Auseinandersetzung auch auf Esprit und die Bizarrerien des Bergsteigens.
Politik des Eros. Der Männerbund in Wissenschaft, Politik und Jugendkultur. 1880-1934
Wissensgeschichte als Malerarbeit? Ein Trialog über das Weißeln scharzer Kisten
2007
Das Pendel. Eine Wissensgeschichte
2006
Das grosse Fressen. Vom Schweinebraten bis zur Mastanlage
2005
»Almost as soon as the ink is dry« Für einen Penny ins Medienportal?
Kulturwissenschaft als Herausforderung der Dinge und ihrer Geschichte. Der Bachelorstudiengang »Archäologie und Kulturwissenschaft« an der Humboldt-Universität zu Berlin
Der diskrete Takt des Menschen
Isochronie und Synchronie. Zur apparativen und epistemologischen Genese des Kopiertelegraphen
2004
»Diese mit Recht und Unrecht etwas stiefmütterlich behandelte Technik« – Anmerkungen zur Lithographie
Tichy x 2 = ? Relativitätstheorie als literarisches Gedankenexperiment
Pendelspiritismus und Relativitätstheorie
2003
Eine kurze Geschichte der Atombilder. Zur Bildkultur des Unteilbaren in der Physik
Synchronisationsprobleme
Friede: siehe Krieg, siehe Physik? Ein Diskussionsbeitrag von seiten der Physik des 19. Jahrhunderts
2002
Papier/Zahl/Note. Anmerkungen zur optischen, mathematischen und akustischen Selbstähnlichkeit
Imaging Processes in Nineteenth Century Medicine and Science
2001
Norbert Wiener. Futurum Exactum. Ausgewählte Schriften zur Kybernetik und Kommunikationstheorie. Übers. von Christian Kassung
Artikel »Alkohol», »Datum«, »Zerfall«
Entropiegeschichten. Robert Musils »Der Mann ohne Eigenschaften« im Diskurs der modernen Physik
2000
Epistemologie und Poetologie. Zur Struktur des naturwissenschaftlichen Wissens in Robert Musils »Die Amsel«
1995